Erfahrungen in der Altenpflege konnte ich in meiner Schulzeit noch nicht sammeln, ich hatte bloß von Freunden, die in dieser Branche arbeiten und eine Ausbildung zum Altenpfleger machen, die einen oder anderen Erfahrungen mitgeteilt bekommen.
Diese Berichte hatten meine Vorstellung von der Arbeit mit alten Menschen geprägt, aber ich habe letztendlich erlebt, dass man einfach selber seine Erfahrungen in der Altenpflege sammeln muss. Jeder geht mit dieser Arbeit anders um!
Zugegeben wenn man als Jugendlicher zuerst hört "altenpflege", da blocken die meisten gleich ab und behaupten: "oh ne ich kann das nicht " und "ich kann mit deren Leiden und Pflegemaßnahmen die ich da machen soll nicht umgehen" oder "manche gehaupten ne ich Ekel mich davor"!!Meinung anderer schön ung gut,aber woher will man das wissen wenn man noch keine Erfahrungen gesammelt hat in dieser Richtung?!
Meine Entscheidung habe ich in keinster Weise bereut!!
Anfangs waren Zweifel,Skepsis und gewisse Ängste da,keine Frage!
Doch das herzliche Aufnehmen in meinem Wohnstift und das von vornherein angebotene "du" war schon das Erste was meine Zweifel erstmal in den Hintergrund stellte!!
Anfangs wurde ich ins kalte Wasser geworfen,d.h. an meinem zweiten Tag durfte ich schon Bewohner alleine waschen und anziehen usw.!
Doch mitlerweile bin ich dankbar dafür, da ich so einfach keine Zeit hatte nachzudenken was tue ich hier eigentlich!!
Klar gibt es auch Tage wo man einfach nur hofft das der Dienst vorbei geht und man nach Hause kann!
Bloß wer kennt diese Tage nicht in seinem Beruf!!
Die Arbeit ist hart,man wird in unseren jungen Jahren mit dem Tod konfrontiert,wird mit Krankheiten konfrontiert mit den man sich vorher noch nie auseinandergesetzt hat!
Bloß ich denke mit immer wieder wenn ich zur Arbeit gehe, für dich wird das jemand hoffentlich auch mal machen!!
Egal wie stressig der Tag manchmal ist,weil man unterbesetzt ist auf Arbeit und für 36 Bewohner nur 2-3 Pflegekräfte hat,ist es immer wieder ein schöner Wink wenn die Bewohner sich mehrmals am Tag für unsere Arbeit lieb bedanken!!
Durch diese leider sehr häufig vorkommende Unterbesetztung sind Konfrontationen und stressablasende Meinungsverschiedenenheit, die leider oft genug auf den Schultern der Azubis und FSJlern ausgetragen werden,keine Seltenheit!
Diese Auseinandersetztungen und die Unterbesetztung bringt mich manchmal an meine eigenen Grenzen!
Doch ich dachte mir neben guten Erfahrungen gibt es natürlich auch schlechte Erfahrungen, schließlich hat jede Sache immer leider zwei Seiten!!
In der Altenpfelge muß man ein starkes Fell haben, es wird sich auf dich verlassen,du bekommst eine große Verantwortung und natürlich bekommst du das Vertrauen der Bewohner und diesem willst du natürlich gerecht werden!!
Die Altenpflege bringt auch den Schichtdienst mit sich (Früh-,Spät- und Nachdienst) und eine kurze Pause!!
Körperlich wird einem einiges abverlangt, sowie ein gewisses Fingerspritzengefühl!
Du mußt auch essen reichen wenn dieser Bewohner das nicht mehr selber kann!!
Man ist nicht nur Pfleger, an manchen Tagen ist man für die Bewohner auch Tocher/Enkel/Therapeut und Physiologe zugleich!!!
Immer zwei Mitarbeiter habe Ihre eigene Bezugspflege,d.h. das die Mitarbeiter 7-8 Bewohner haben für die sie in ihrem Dienst zuständig sind und sich größtenteils bloß um diese kümmern!!
Dies hat den Zweck das die Bewohner zu diesen Mitarbeitern eine besondere Beziehung aufbauen und nicht jeden Tag ein anderes Gesicht sehen und sich an einen anderen Mitarbeiter wieder gewöhnen müssen!!
Es ist immer einer der zweit Mitarbeiter dieser Bezugspflege im Dienst und so sehen die Bewohner immer wieder ein vertrautes Gesicht!!
Es gibt 5 Bezugspflegegruppen inmeinem Wohnstift und so kommt es auch vor, dass du mit der Zeit eine eigene Bezugspflegegruppe zugeteielt bekommst!
Da nicht immer jede Bezugspflegegruppe besetzt ist!!
Es sind meistens Zweibettzimmer bei uns!
Es gibt 3 Pflegestufen (teilweise noch selbstständige Bewohner,gering selbstständige Bewohner und bettlägerige Bewohner die nichts mehr selbstständig können)!
Jeder Bewohner hat seine eigene Akte in der jede noch so kleine Veränderung des Bewohners dokumentiert wird!
Es gibt Lesegruppen,Musikgruppen,Beschäftigungen für die Bewohner tagsüber in unserem Wohnstift!
Es gibt Trinklisten die du führen mußt, in dennen du domumentierst wann der Bewohner was und wieviel getrunken hat;außerdem gibt es auch Ernährungsprotokolle!!
Es gibt Lagerungspläne für die bettlägerigen Bewohner die du führen mußt,d.h. das du Kissen unter deren Rücken legen mußt, damit sie nicht immer aufn Rücken/Hintern legen und dieser wund wird!!
Du mußt Grundpflege betreiben (oben unten waschen, eincremen), Bewohner duschen und Toilettengänge mit ihnen machen!!
Du mußt sie anziehen und wenn sie sich schmutzig gemacht haben, mußt du sie neueinkleiden!!
Du mußt die dritten Zähne ihnen einsetzen oder eben rausnehmen!!
Du mußt Tabletten geben, wenn diese von den Fachkräften gestellt wurden!!
Ich konnte euch bloß das gröbste und das formelle über diesem Beruf erzählen!!
Sammelt einfach eure eigenen Erfahrungen,glaubt mir !!
Also ich denke in diesem Beruf so und verarbeite diesen in dem ich mir immer wieder sage:" Auch du wirst mal alt und willst gut behandelt werden und dich in so einem Wohnstift wohl fühlen" und "behandel und pflege sie so wie du es dir später selber einmal wünscht"!!