Laura, 19 Jahre
Nachdem ich im Juni mein Abitur gemacht hatte, stellte sich für mich die Frage, was nun? Schließlich habe ich mich aus mehreren Gründen dafür entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Ich erhoffe mir dabei von meinem FSJ, dass ich in meinem späteren Berufsleben durch meine zusätzlichen Erfahrungen Vorteile haben werde. Außerdem wollte ich nicht nur über Büchern sitzen und lernen, sondern auch einmal praktisch arbeiten. Die Zeit bis zu meinem Studium habe ich so sinnvoll für mich und andere genutzt, was mich persönlich freut. Nebenbei, was für mich nicht allzu Ausschlag gebend war, gibt es von der Diakonie ein Taschengeld. Für das nächste Jahr arbeite ich also in der ambulanten Altenpflege, in einem Wohnstift. Hier leben die Bewohner in Apartments mit ein oder zwei Zimmern, die sie sich selbst einrichten können. Ich bin dafür zuständig, einigen von ihnen das Frühstück entweder im Apartment zu machen oder es in der Küche vorzubereiten und es ihnen zu bringen. Wenn Bewohner, die Probleme beim Laufen haben, zum Arzt, Friseur oder zur hauseigenen Bank müssen, begleite ich sie dorthin oder hole sie mit einem Rollstuhl ab und bringe sie anschließend auch wieder zurück. Für einige Bewohner gehe ich auch einkaufen oder begleite sie außer Haus für einen kleinen Spaziergang. Außerdem serviere ich ihnen das Mittagessen, das ich dann auch wieder abräumen muss. Anschließend habe ich dann noch Zeit, um mich um die Bewohner zu kümmern. Ich lese ihnen vor und unterhalte mich mit ihnen. Insgesamt wohnen über 500 Menschen in der Einrichtung. Das Haus hat zwölf Etagen mit langen Gängen, die alle abgelaufen werden wollen, was manchmal sehr anstrengend sein kann. Zum Glück allerdings ist es kein normales Altenheim, denn nicht alle, die dort leben, sind auch pflegebedürftig. Mir macht die Arbeit mit den Bewohnern viel Spaß und ich gehe gerne arbeiten, aber es fällt mir auch sehr schwer, wenn einer von ihnen stirbt, und bei einer so großen Anzahl älterer Menschen ist es nie auszuschließen, dass man ihn in den letzten Monaten / Tagen seines Lebens begleitet. Insgesamt ist aber festzustellen, dass es angenehm ist, anderen eine Freude zu bereiten.